Von der Suche nach der Orientierung
“„Farbenfroh und schmerzhaft““
In meinem letzten Blogbeitrag „Leben abseits der ausgetretenen Pfade“
schrieb ich über meine Erfahrungen bei Gastfamilien im Ausland.
Sie waren romantisch, bereichernd und lehrreich, aber auch rau und schmerzhaft. Vielleicht sogar vor allem schmerzhaft. In jenen Jahren war ich auf der Suche und zeitweise verloren. Ich sehnte mich stark nach Orientierung, hatte diese aber noch nicht klar vor Augen.
Was jedoch immer vorhanden war, war ein tiefer innerer Kompass: die Bereitschaft, meinem eigenen Schmerz nicht auszuweichen, sondern ihm ins Auge zu sehen. Dort, wo es reibt, liegt für mich Entwicklung. Dort, wo es feststeckt, will etwas frei werden. Hinter dieser Bewegung steckte ein starker Antrieb, der mich immer wieder über Grenzen hinwegführte, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.
Das Leben in anderen Familien und Kulturen wirkte dabei wie ein Spiegel. Ich stand für einen Moment außerhalb meiner Selbstverständlichkeiten. Losgelöst von der gängigen Sprache und den Gewissheiten. Gerade diese Position kann sichtbar machen, was sonst verborgen bleibt. Das hat mein Bewusstwerden, wenn möglich, beschleunigt, vertieft und ihm Richtung gegeben.
Im Nachhinein sehe ich, dass nichts davon Zufall war. Alles hat mich auf die Arbeit vorbereitet, die ich jetzt mache, und auf den Weg, den ich hier weitergehen muss.
Die Magie der Sprachen
Dabei hatte ich immer das Gefühl, dass Sprachen irgendwann wieder eine Rolle in meinem Leben spielen würden.
Die Einstimmung auf den anderen in einer fremden Sprache löst jedes Mal etwas Funkelndes in mir aus.
Wie bei einem kleinen Kind, das spielt!
Wie sich das konkret gestalten könnte, wusste ich nicht, aber das Potenzial war deutlich spürbar.
Lebendige Inspiration ⭐️
Jetzt – Jahre später – beginnt etwas zu funkeln.
Auf der Rückreise von meiner letzten Reise fuhr ich durch die Schweiz.
Ein Ort, eingebettet zwischen Bergen und Wasser, zog meine Aufmerksamkeit auf sich.
Die Ruhe.
Die Weite.
Die Art und Weise, wie die Umgebung ganz von selbst das Tempo verlangsamt.
Sie atmet und lädt zur Entspannung ein.
Das war für mich sofort spürbar.
Die Schweiz hat mich schon immer angezogen.
Früher hatte ich konkrete Pläne, dort zu arbeiten, aber diese kamen damals nicht zustande.
Jetzt fühlt es sich anders an.
Noch nicht als konkreter Plan, aber als eine Richtung, die sich aufdrängt.
Die bergige Umgebung, oft in Kombination mit Wasser, birgt eine Qualität, die nahtlos zu meiner Arbeit passt. Die Ruhe des Ortes erledigt sozusagen schon einen Teil der Arbeit.
Hervorragend geeignet für die Begleitung von Gruppenreisen(!)
Obwohl ich derzeit noch im Einzelcoaching arbeite, fühlt sich dies wie eine Idee an, die Zukunft hat.
Was es für mich besonders passend macht, ist, dass hier mehrere Fäden zusammenlaufen.
Die Sprachen, die ich gelernt habe – Deutsch, Französisch und Italienisch – werden hier gesprochen.
Etwas, das einst aus Neugier und ohne klares Ziel begann – in das aber jahrelange Anstrengung geflossen ist – scheint nun seinen Platz zu finden.
Als würden sich Erfahrungen im Nachhinein miteinander verbinden 💫
Während dies in Bezug auf meine Arbeit in der Schweiz als Potenzial erscheint, zieht es mich stark nach Frankreich, wenn es um das Leben geht. Irgendwie kann ich mir die Orte schon klar vorstellen.
Im Moment sind es noch Ideen und Bilder, begleitet von einem deutlichen Gefühl.
Man könnte sagen: ein schöner Nährboden, auf dem Inspiration entsteht und Richtung nimmt.
Etwas, auf das ich jahrelang gewartet habe.
Die Klarheit und Lebensenergie, die damit einhergehen, erkenne ich mittlerweile unter Tausenden.
Durch das Engagement, mit dem ich weiter an meinen Sprachkenntnissen feile, habe ich das starke Gefühl, dass es nicht nur bei „Ideen und einer Richtung“ bleiben wird.
Das bedeutet, dass ich in Zukunft vielleicht einfach mal den Schritt wagen werde.
Schließlich haben sich die Orte bereits von selbst angeboten.
