Erleben und der Prozess der Bewusstwerdung

"Der Blick nach innen"

Oft werden Menschen erst „wach“, wenn sie im Laufe ihres Lebens mit einschneidenden Ereignissen – sogenannten Lebensereignissen – konfrontiert werden. Der Tod eines nahen Familienangehörigen, Krankheit oder Ausfälle bei der Arbeit. Es kann natürlich auch sein, dass es von (sehr) klein auf keine sicheren, gesunden Bedingungen gab, unter denen man aufwachsen konnte. Eigentlich könnte man sagen, dass, wenn der Schmerz groß genug ist, oft der Anreiz besteht, nach „innen“ zu schauen.
Der Prozess der Selbstbeobachtung darf beginnen.

Beobachterposition
Selbstbeobachtung erfordert, dass man aus der "Beobachterposition" heraus beobachtet.
Du bist nicht deine Gedanken und Gefühle. Dahinter gibt es einen Beobachter, der sozusagen betrachten kann, was – innerlich – alles so vorbeizieht. Das ist im Wesentlichen dein Bewusstsein.. Es ist ein wichtiger erster Schritt, sich dies bewusst zu machen. Oft sind Menschen so sehr mit ihren Gedanken und Gefühlen identifiziert, dass sie sich vollständig mit ihnen vereinen. Ein kleines Stück zurücktreten kann dir bewusst machen, dass Gedanken kommen und wieder vergehen. Das Gleiche gilt für Gefühle in deinem Körper. Und noch wichtiger: du bist das also nicht(!)

Den Weg beschreiten
Wenn wir aus der Position des Beobachters heraus schauen, ist es interessant, was im Kontakt mit anderen zu spüren ist. Gerade hier werden alte Belastungen oder auch triggers angesprochen. So kann es durchaus sein, dass dir der Kontakt mit einem Kollegen bei der Arbeit ein unangenehmes Gefühl bereitet. Du nimmst dies wahr und fragst dich:

Was genau spüre ich hier gerade?
Ist es Unbehagen?
Oder spüre ich Ohnmacht oder eher Traurigkeit?
Oder etwas anderes?

Wenn du lernst, öfter auf diese Weise wahrzunehmen, wirst du vielleicht Muster erkennen. „Hey, dieses Unbehagen kenne ich auch aus dem Kontakt mit einem Lehrer von früher“ oder: „Letzte Woche, als ich bei meiner Mutter Kaffee getrunken habe“. Vielleicht taucht ein Bild einer Erinnerung auf oder es fällt dir auf, dass das Gefühl dem von damals sehr ähnlich ist. Deine Eltern sind übrigens deine größten Spiegel und bieten dir eine enorme Möglichkeit, Auslöser wahrzunehmen. Das ist natürlich nicht immer angenehm, aber es eröffnet Möglichkeiten. Indem du lernst, auf die oben beschriebene Weise zu beobachten, gewinnst du Einblick in erkennbare Muster und deine emotionale Erlebniswelt.

Einige Dynamiken
Wie bereits erwähnt, bietet der Kontakt mit anderen viele Gelegenheiten zum Erleben. Dies eröffnet – von dem Moment an, in dem wir auf diese Erde kommen – eine enorme Bandbreite an Möglichkeiten. Gleichzeitig werden wir aber auch verletzt und es entstehen Schwierigkeiten.

Wir können zum Beispiel verletzt werden, wenn ein oder beide Elternteile emotional nicht – oder nur teilweise – verfügbar sind. Dies kann bereits in sehr jungem Alter auftreten. Wenn ein Baby nach Verbindung mit der Mutter streckt – und die emotionale oder sogar physische Präsenz der Mutter fehlt –, kann ein Bindungstrauma entstehen. Vor allem, wenn ein Baby buchstäblich von der Mutter getrennt wird (z. B. in einem Inkubator) oder durch andere Umstände. Je länger dies andauert und je früher es auftritt, desto ungünstiger ist es.
Dies kann sich im späteren Leben durch Bindungs- oder Trennungsangst äußern, wenn Beziehungen eingegangen werden. Es entsteht dann eine große Anspannung beim Aufbau von Beziehungen zu anderen, da dies in der Babyzeit nicht auf ausreichend sichere/geschützte Weise geschehen ist. Sobald eine Verbindung eingegangen wird, kommt die alte (schmerzhafte) Schicht des Unbeantwortetbleibens des Ausstreckens zum anderen zum Vorschein. Dies ist als (tödliche) Angst zu spüren.
Dies sind nur einige Beispiele, aber es gibt natürlich viele Dynamiken, die einen belastenden „Eindruck“ hinterlassen können. Wenn ein Elternteil dem Kind buchstäblich sagt, dass es „nicht zählt“ oder erst dann wahrgenommen wird, wenn „Leistungen erbracht werden“, entstehen belastende Muster, die im späteren Leben zu Problemen führen können. Vor allem, wenn dies über einen längeren Zeitraum der Fall war.
So wird jeder durch das Familiensystem, in dem man aufwächst, geprägt. Andere Faktoren wie u. a. Kultur, physische Umgebung (die Niederlande haben wieder ein anderes Schwingungsfeld als z. B. Länder in Afrika) und kollektive/gesellschaftliche Faktoren haben sicherlich auch ihren Einfluss. Hierauf lässt sich natürlich noch viel tiefer eingehen.

Der nächste Schritt
Wenn du immer geschickter darin wirst, Muster zu erkennen und wahrzunehmen, welche Gefühle dies in dir auslöst, kannst du den nächsten Schritt machen. Das ist das Durchfühlen von beispielsweise der Wut oder der Trauer in deinem Bauch.
Drei Finger unterhalb deines Bauchnabels befindet sich dein Hara-Punktdas Chakra, das mit deinem wahren Wesen in Resonanz steht.
Hier können schmerzhafte Emotionen durchfühlt werden, wodurch sie einen Platz finden können.
Das Prinzip ist sehr einfach, die Umsetzung kann in der Praxis jedoch eine Herausforderung sein.. Die erste Reaktion fast jedes Menschen ist, vor dem Gefühl zu fliehen. Vor allem, wenn es sich um Schmerz handelt. Wir sind unglaublich gut darin, (emotionalen) Schmerz zu vermeiden oder zu unterdrücken und kämpfen dagegen an. Genau das hält den Schmerz aufrecht. Die wahre Kraft liegt in der Hingabe.
Wenn du in der Lage bist, bei dem Gefühl zu bleiben, ohne es verändern oder verstehen zu wollen, bekommt das Gefühl Raum und kann sich entfalten. Dadurch können Einsichten in deine Wahrnehmung entstehen. Allerdings in der richtigen Reihenfolge:

Kopf – Bauch – Herz
und nicht
Kopf – Herz.

Dies erfordert Übung, und Therapeutische Unterstützung kann dabei sehr hilfreich sein. Zum einen, um dich dort anzusprechen, wo du blinde Flecken hast. Wenn dein Therapeut über die richtige Erfahrung verfügt, wird er/sie dich auch dabei begleiten können, den Kontakt zu deinem Bauch herzustellen. Indem du dies wiederholt erlebst, verstehst du irgendwann, wie es funktioniert, und kannst immer leichter selbst damit arbeiten.

Es ist enorm hilfreich, wenn du selbst die Absicht hast, den Blick nach innen zu richten. Je stärker deine innere Ausrichtung in diesem Bereich ist, desto leichter ziehst du Situationen an. Das sind vielleicht Situationen, die zunächst wehtun, in denen aber das Wachstumspotenzial liegt. Dadurch hast du die Möglichkeit, den schmerzhaften Teil zu durchfühlen und ihm einen Platz zu geben.

Handeln,
Und ruhe.

Anschauen,
Undloslassen.

Immer wieder.
Jeder hat dabei seine eigene Bewegungsgeschwindigkeit .


Wichtige Zutaten in diesem Prozess sind meiner Meinung nach:

  • Mut
  • Willenskraft: eine gezielte Absicht, die innere Welt zu erforschen
  • Het Das Vertrauen , dass sich der nächste Schritt immer wieder von selbst ergibt. (der 1. Schritt enthält den 2. bereits in sich. .
  • Durchhaltevermögen
  • „Erst glauben, dann sehen“ statt umgekehrt.
    Letzteres hält dich im begrenzten Raum deines Kopfes gefangen, während Ersteres unzählige Türen der Weisheit öffnet.

Zusammenfassend:

  • Vaak ontstaat het proces van Selbstbeobachtung wenn der Schmerz groß genug ist. Wir wollen ihn loswerden und suchen nach Erleichterung.
  • Bewusstes Beobachten der eigenen Gedanken und Gefühle aus der "Beobachterposition" heraus, ohne sich mit ihnen zu identifizieren.
  • Untersuchen, welche Gefühle (triggers) im Kontakt mit anderen angesprochen werden, wie Unbehagen, Ohnmacht oder Trauer.
  • Erkennen von Mustern und immer besser wahrnehmen lernen, welches Gefühl in dir angesprochen wird.
  • Emotionen wie Wut oder Trauer durchfühlen, anstatt sie zu vermeiden oder zu unterdrücken. Dieses Durchfühlen findet im Bauch statt (Hara-Punkt).
  • Übung und gegebenenfalls Therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen, um den Prozess zu begleiten. Jeder Mensch hat blinde Flecken, und ein Therapeut kann dich auch in diesem Bereich dabei begleiten, Einsicht zu gewinnen.
  • Jeder hat sein eigenes Tempo in diesem Wachstumsprozess.
  • Wichtige Zutaten sind: Mut, Willenskraft, Vertrauen, Durchhaltevermögen und „zuerst glauben, dann sehen“.



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