Die Kraft der Elemente
„Agios Germanós, Griechenland“
Im Mai war ich zusammen mit etwa neun Therapeuten in Agios Germanós, Griechenland.
Dort nahmen wir am Programm „Elements of Prespa“ teil.
Das Naturschutzgebiet – in den Bergen gelegen und umgeben vom weitläufigen Prespa-See – strahlte für mich Ruhe, Stille, Halt und Weisheit aus. Eine hervorragende Gelegenheit, die Kraft der Elemente Erde 🌍 , Wasser 💧, Feuer 🔥, Luft 🌬️ und Äther 💫 durch uns hindurchfließen zu lassen.
Sich allein der Symbolik zu öffnen, kann schon viele Türen öffnen. So offensichtlich und überall um uns herum und doch für viele oft tief verborgen. Als Gruppe ließen wir uns auf die Entschleunigung ein und legten auf bewusste und zugleich spielerische Weise den Schwerpunkt auf die Schönheit der Umgebung. In Kombination mit innerer Arbeit und dem Austausch darüber schaffen wir in einer solchen Woche ein kollektives Feld, das als tragende Basis dient.
Wir haben Vertiefung gesucht, unter anderem durch verbundene Atmung, haptische Berührung, Klangarten als Zugang zum Fühlen, verschiedene Rituale und Aufstellungsformen.
Erde 🌍 und Luft 🌬️
Jeden Tag stand während dieser Reise ein anderes Element im Mittelpunkt. Indem wir zunächst die vielschichtige Bedeutung besprachen und anschließend die Kraft des Elements verkörpert erlebten, konnte es in mich eindringen.
Im Falle der Erde: Sie bietet Halt, Begrenzung und Sicherheit.
Die Luft ist damit ein schöner Gegenpol. Sie eröffnet Perspektive, Raum zum Atmen und Bewegung.
Sowohl in meiner Arbeit als auch auf persönlicher Ebene stelle ich fest, dass sich die Elemente immer öfter von selbst einbringen. Manchmal buchstäblich, indem ich mehr im Freien arbeite oder den Boden als Arbeitsfläche nutze. Manchmal subtiler, als innere Qualität im Kontakt. Wenn wir zulassen, dass diese Ebenen mitspielen, wird Therapie kein linearer Prozess, sondern ein lebendiges Ganzes, in dem Körper, Bewusstsein und Umgebung zusammenwirken.
Auf diese Weise sind Elemente wie Erde und Luft eigentlich auf organische Weise weiter in meine Arbeitsweise integriert.
Wasser 💧
In den Tagen in Prespa wurde dieses Element nicht nur im See und in den Strömungen der Natur sichtbar, sondern für mich sicherlich auch in der gegenseitigen Verbindung spürbar.
Wasser erzwingt nichts. Es findet seinen Weg.
Bewegt sich um Hindernisse herum, sickert durch Spalten, zu denen der Verstand keinen Zugang hat, und lädt zur Besänftigung ein.
So zieht es den einen Menschen mehr zu dem einen als zu dem anderen hin.
Man könnte sagen: ein natürlicher, von selbst ablaufender Prozess. Und gleichzeitig bringen wir gemeinsam Vertiefung.
Dieses Kollektive – Verbindende – eine wahre, zugrunde liegende Basis.
So braucht auch Wasser ein Bett und ist von Erde umgeben.
Auch wenn jeder seine eigenen Themen hat, mit denen er oder sie konfrontiert ist, gibt es oft einen gemeinsamen Nenner.
Es scheint etwas Universelles zu sein.
Eine zugrunde liegende Wiedererkennung.
Vielleicht kommen wir damit immer mehr zum Äther.
Bevor wir uns dem nächsten Element zuwenden, muss gesagt werden, dass mein Hund Dias – den ich auf dieser Reise kennengelernt habe – schön veranschaulicht, wie das Element Wasser in der „Praxis“ für mich wirken kann.
Dort, wo in mir ein erstarrtes Bindungsstück wahrnehmbar war – das Hinausreichen zum anderen und nicht immer eine Antwort zu erhalten –, ist Dias da. Er kann in dieser Verbindung präsent bleiben. Ohne zu ziehen, ohne wegzugehen. Das ist Co-Regulation in ihrer besten Form!
Genau dort, wo Wasser seine Wirkung entfaltet: Es taut auf, mildert und bringt Bewegung in das, was feststeckte. Für mich verkörpert dieses Element die Essenz der Heilung: nicht etwas aufzulösen, sondern zuzulassen dass etwas wieder fließen darf.
Feuer🔥
Aus diesem Fluss ergibt sich ganz von selbst das nächste Element: Feuer.
Es wird oft mit Kraft, Tatkraft und Transformation assoziiert. Gleichzeitig ist es auch ein zerbrechliches Element. Es braucht ein Bett, um nicht zu erlöschen oder zu zerstören.
Einige Monate nach dieser Reise ist dieses Feuer in mir weiter entfacht worden. Nicht explosiv, sondern stetig.
Ein inneres Feuer, das Richtung gibt, das Wesentliche verdeutlicht und zur Verkörperung einlädt.
Es ist das Feuer, das Ideen entstehen lässt, Worte hervorbringt und der Schöpfung Gestalt verleiht. Gleichzeitig verlangt dieses Feuer nach Geduld und Einstimmung. Zu viel Sauerstoff und es verbrennt; zu wenig Raum und es erlischt. Auch hier spiegeln sich die Elemente wider: Wahre Kraft entsteht nicht durch Zwang, sondern dadurch, dass man bei dem bleibt, was sich entfalten will.
Und dann ist da noch Äther💫
Das subtilste und zugleich allumfassendste Element. Die Erinnerung daran, dass es eine Ebene jenseits der persönlichen Geschichte gibt, in der alles getragen wird.
Äther war in Prespa überall und nirgendwo zugleich. Die dort entstandenen Fotos mit den Bildern der Natur und des Zusammenseins tragen diese Qualität in sich.
Nicht nur als Ästhetik, sondern als Erinnerung an die Magie des Lebens.
In der Stille der Berge. Im Licht, das durch die Bäume fiel. In den Momenten, in denen Worte überflüssig wurden und es einfach nur das Sein gab. Äther ist der Raum, in dem alles geschieht. Und zugleich das Raumlose. Das Feld, in dem sich Erde, Wasser, Feuer und Luft begegnen.
Die Elemente in der therapeutischen Praxis
Während dieser Reise habe ich erneut erfahren, wie kraftvoll es ist, zu natürlichen Prinzipien zurückzukehren, die schon immer vorhanden waren. Sie sprechen eine andere Ebene an als das kognitive Verstehen.
Sie bieten Symbolik, Erfahrungsraum und Wiedererkennung, ohne dass eine Erklärung nötig ist.
Wissen und verkörperte Erfahrung der Elemente:
Erweitert das Spielfeld.
Vertieft den Kontakt.
Und kann Bewegung an Orte bringen, an die Worte nicht gelangen können.
Eine wahre Bereicherung ✨














